Was sich seit 2026 geändert hat
Nach Angaben der Europäischen Kommission hat das definitive CBAM-Regime am 1. Januar 2026 begonnen. Für Importeure von CBAM-Waren oberhalb der relevanten Massenschwelle bedeutet das den Wechsel von einer Lern- und Berichtspflicht zu einem echten Compliance-Zyklus: Zulassung beantragen, eingebettete Emissionen erklären und die entsprechende Anzahl von CBAM-Zertifikaten jährlich abgeben.
Der Lieferant verkauft nicht mehr nur Metall. Er muss auch belastbare Emissionsdaten, anlagenbezogene Informationen und gegebenenfalls Nachweise zu bereits gezahlten CO2-Kosten liefern.
- Aluminium bleibt ein erfasster CBAM-Sektor.
- Importeure oder indirekte Zollvertreter oberhalb der Schwelle benötigen den Status als zugelassener CBAM-Anmelder.
- CBAM-Zertifikate werden bei den nationalen Behörden gekauft und preislich an die Auktionserlöse des EU ETS gekoppelt.
- Wenn im Ursprungsland bereits ein CO2-Preis gezahlt wurde und dies nachgewiesen werden kann, kann dieser Betrag abgezogen werden.
Welche Aluminiumwaren erfasst sind
Die Leitlinie der Europäischen Kommission fasst Aluminiumwaren im Anwendungsbereich unter Rohaluminium und einer breiteren Liste von Aluminiumprodukt-Codes zusammen. Für die meisten industriellen Importeure ist der wichtigste Punkt: Rohaluminium unter CN 7601 ist erfasst, ebenso zahlreiche Halbzeuge und weitere Aluminiumwaren.
| Kategorie | Erfasste CN-Codes | Kommerzielle Bedeutung |
|---|---|---|
| Rohaluminium | 7601 | Primärmasseln und Rohformen, relevant für A7 und viele Umschmelzer |
| Aluminiumprodukte | 7603–7608 | Pulver, Stangen, Profile, Draht, Bleche, Bänder, Folien, Rohre und Rohrleitungen |
| Weitere Warengruppen | 7609, 7610, 7611, 7612, 7613, 7614, 7616 | Fittings, Konstruktionen, Tanks, Fässer, Gasbehälter, Kabel und sonstige Aluminiumwaren |
| In der Leitlinie ausdrücklich ausgenommen | 7615, 7602 00 | Bestimmte Haushaltswaren sowie Aluminiumschrott sind laut Kommissionsleitlinie ausgenommen |
Welche Daten Ihr Lieferant liefern muss
Die CBAM-Leitlinie der Kommission verlangt deutlich mehr als ein klassisches Werkszeugnis. Importeure benötigen Lieferantendaten, die die Sendung mit der produzierenden Anlage, der Produktionsroute und der Berechnung der eingebetteten Emissionen verknüpfen.
| Datenblock | Was benötigt wird |
|---|---|
| Warendaten | Menge je Warenart und je Anlage einschließlich relevantem CN-Code |
| Direkte Emissionen | Tatsächliche direkte eingebettete Emissionen pro Tonne Produkt |
| Indirekte Emissionen | Relevante Daten zu indirekten Emissionen, soweit nach Methodik erforderlich |
| Anlagendaten | Identität, Standort, Kontaktdaten und Produktionsroute der Anlage |
| Vorprodukte | Mengen und eingebettete Emissionen relevanter Vorprodukte, falls erforderlich |
| Gezahlter CO2-Preis | Nachweise über CO2-Kosten im Ursprungsland einschließlich möglicher Rückvergütungen oder freier Zuteilungen |
| Aluminium-spezifische Felder | Eingesetzte Schrottmengen und Legierungsanteil, wie in der Sektorleitlinie genannt |
| Methodik | Wie Emissionen berechnet wurden, Datenqualitätsansatz und begründete Nutzung von Standardwerten, soweit zulässig |
Aktionsplan für Importeure
Zugelassener CBAM-Anmelder: kommerziell entscheidend
Die Europäische Kommission fordert EU-Importeure und indirekte Zollvertreter auf, den Status als zugelassener CBAM-Anmelder möglichst früh zu beantragen. Die DEHSt geht noch weiter und weist darauf hin, dass Unternehmen den Antrag rechtzeitig vor Überschreiten der Schwelle stellen sollten, damit Einfuhren nicht blockiert werden. Damit wird Lieferantenbereitschaft zu einer klaren Einkaufsfrage: Selbst wenn der Metallpreis attraktiv es ist, können fehlende Emissionsdaten Importe verzögern oder verhindern.
Stellen Sie jedem Nicht-EU-Lieferanten dieselbe Frage: Können Sie verifizierte Daten zu eingebetteten Emissionen, Anlagendetails, produktbezogene Rückverfolgbarkeit und Nachweise zu bereits gezahlten CO2-Kosten liefern? Wenn die Antwort unklar ist, liegt das Zollrisiko bei Ihnen.
Wie Tech Aluminum den CBAM-Aufwand reduziert
- Strukturierte Produktdokumentation nach europäischen Einkaufserwartungen
- CBAM-fähiges Datenpaket zu eingebetteten Emissionen für erfasste Aluminiumsendungen
- Direkte kommerzielle Betreuung über Noel Murphy in Irland
- Kürzere Mittelmeer-Logistikwege im Vergleich zu vielen asiatischen Lieferketten
- Positionierung mit Ägyptens niedrigerem CO2-Profil, einschließlich hydroelektrischer Vorteile
Häufige Fragen
Gilt CBAM für Aluminium-Masseln?
Ja. Rohaluminium unter CN 7601 ist in der Leitlinie der Kommission ausdrücklich enthalten. Damit ist CBAM direkt relevant für Primärmasseln und bestimmte Umschmelz-Lieferketten.
Welche Schwelle ist für Importeure besonders wichtig?
Die Kommission erklärt, dass Importeure oder indirekte Zollvertreter, die mehr als die einheitliche Massenschwelle von 50 Tonnen an CBAM-Waren in die EU einführen, den Status als zugelassener CBAM-Anmelder beantragen müssen.
Wie hängen CBAM-Zertifikatskosten mit CO2-Preisen zusammen?
Die Preise der CBAM-Zertifikate basieren auf dem Auktionserlös von EU-ETS-Zertifikaten je emittierter Tonne CO2. Laut Kommission gilt 2026 ein Quartalsdurchschnitt, ab 2027 ein Wochendurchschnitt.
Können bereits im Ursprungsland gezahlte CO2-Kosten angerechnet werden?
Ja. Wenn der Importeur nachweisen kann, dass während der Produktion im Ursprungsland bereits ein CO2-Preis gezahlt wurde, kann der entsprechende Betrag abgezogen werden.
Was ist der häufigste operative Fehler?
CBAM nur als Zollthema zu behandeln. In der Praxis ist es auch ein Lieferanten-, Einkaufs- und Dokumentationsthema und sollte deshalb bereits vor der Bestellung Teil der Beschaffungsentscheidung sein.